Was ist Supervision ?

Was ist eigentlich Supervision ?

Ein sperriger Begriff, der dem einen fremd und nichtssagend ist, dem anderen irgendwie bekannt vorkommt. Es kursieren viele Definitionen zur Supervision. In einem Punkt aber sind sich alle einig. Supervision hat etwas mit Qualitätssicherung psychosozialer Arbeit zu tun.

Nach Kadushin werden folgende Funktionen der Supervision beschrieben:

Edukative Funktion: Ausbildung, Lehren, Erziehen, Vermittlung von Wissen und Können, Training/Üben von Methoden und Vorgehensweisen, Anleitung zu Selbstreflektion, konstruktives Feedback, berufliche Sozialisation, Fördern der professionellen Identität.....

Administrative Funktion: Qualitätssicherung, Evaluation, Gewährleisten/Verbessern der Tätigkeit von psychosozialen Helfern bzw. des optimalen Funktionierens einer Einrichtung, Einhaltung von ethisch-berufsständigen Richtlinien, Kontrolle von gesetzlichen oder Verwaltungsvorschriften, Patientenschutz, Optimieren der Arbeitsabläufe.....

Supportive Funktionen: emotionale Unterstützung bei schwierigen Berufssituationen, Begleitung bzw. Entlastung, Assistenz beim Umgang mit beruflichem Streß, Aufbau von Selbstschutz gegen Überlastung, persönliche Psychohygiene, Prävention von Burnout ........

Mir persönlich gefällt die Umschreibung des Supervisors als Befähiger sehr gut.

In der Supervision soll es um

- die Person des Supervisanden im Kontext seiner Schnittstelle zum Arbeits/Beratungsprozeß,

- fachliche Klärung,

- Impulse zu Lösungsstrategien,

- Verbandelungen mit der eigenen Biographie des Supervisanden

- die Gestaltung von Erfahrungs -und Begegnungsräumen für den Supervisanden gehen

- das Wiedererlangen von Handlungsfähigkeit gehen

Aber Supervision ist keine Therapie !


Weitere Definitionen von Supervision

Was ist Supervision? (nach EASC)

Supervision ist ein Beratungskonzept, mit dessen Hilfe Einzelpersonen, Teams, Gruppen und Organisationen ihre berufsbezogenen Handlungen und Strukturen reflektieren. Mit Hilfe einer/s Supervisorin / Supervisors werden berufsbezogene Problemkonstellationen auf Lösungen hin bearbeitet. Emotionale Entwicklungen, organisationsstrukturelles Verständnis, kreatives Denken und die Entwicklung von neuen Perspektiven für berufliches Handeln stehen im Vordergrund. Größere Zufriedenheit und Wohlbefinden in der Verbindung von Privatleben und Berufsleben können ebenso Gegenstand einer supervisorischen Beratung sein.

Supervision ist zugleich ein Modell für Lernprozesse, indem durch die Art und Weise, wie berufsbezogene Fragestellungen bearbeitet werden, Arten der Organisation von Denken und Lernen vorgestellt werden.

Supervision vereinigt unterschiedliche theoretische Grundlagen. Es werden Anleihen bei psychoanalytischen, kommunikationstheoretischen, systemischen, verhaltenstheoretischen sowie gestalttheoretischen Grundauffassungen gemacht. Gruppenanalytische Konzepte werden ebenso wie organisationstheoretische Konzepte in die Arbeitsweisen der Supervision einbezogen.


Unterschiede zum Coaching

Im Unterschied zum Coaching, das stärker handlungs- und umsetzungsorientiert ist, hat Supervision einen eher reflexiven und analytischen Charakter.
Supervisionskontrakte sind längerfristig terminiert, als die eher kurzen und erfolgsorientierten Coachingkontrakte. Supervision findet in Feldern statt, für die Coaching noch nicht typisch ist (Gesundheitswesen, Kirche, Schule, Erwachsenenbildung, Jugendhilfe, Altenhilfe usw.). In diesen Feldern ist Supervision für die Mitarbeiter/innen oft obligatorisch, weshalb langfristige Vereinbarungen eher normal sind.

Quelle: Progressio / Hannover

Definition

Supervision hilft wieder von oben, aus der "Hubschrauberperspektive" auf sein Thema schauen zu können.

Der Blick von oben