Depression

Depressionen kommen in der Beratungspraxis recht häufig vor. Der integrative Beratungs- und Seelsorgeansatz der BTS bietet hervorragende Ansätze in der Begleitung depressiver Ratsuchender.

Die Depression (lat.deprimere herunter-,niederdrücken), bereits im Rahmen der Vier-Säfte-Lehre (5. Jh.v.Chr.) als Melancholie (Schwarzgalligkeit) beschrieben. Gemeint war ein körperlich bedingter Zustand eines mutlos-traurigen Geistes und Gemütszustandes. Im Mittelalter deutete man die Melancholie nicht mehr körperlich bedingt, sondern dämonologisch. Eine Ansicht, die sich bis heute in manchen Kreisen gehalten hat. Kraeplin beschrieb 1913 die Melancholie als "depressive Zustände", genauer als "melancholische oder depressive Zustände mit trauriger oder ängstlicher Verstimmung sowie Erschwerung des Denkens und Handelns" 1961 beschreibt Tellenbach den "Typus Melancholicus", und vertritt die Meinung, dass Persönlichkeitseigenschaften wie Genauigkeit, Gewissenhaftigkeit, Ordentlichkeit die Melancholie bedingen können. Für viele Gelehrte galt lange Zeit zudem die Überzeugung, dass die Melancholie neben ihrer pathologischen Seite insbesondere bei besonders tiefsinnigen und damit außergewöhnlichen Menschen anzutreffen ist.
Heute gehört die Depression diagnostisch zu den "Affektiven Störungen" und bezeichnet einen symptomorientierten Oberbegriff mit durchaus verwirrender Vielschichtigkeit.

Es wird unterschieden in:
Somatogene Depression: organisch, symptomatisch bedingte Depression
Endogene Depression: bipolar (Wechsel zw. Depression und Manie), unipolar (nur Depression), Spätdepression (Depression als häufigste psych. Erkrankung bei über 65-Jährigen) , insgesamt also anlagebedingte Depression
Psychogene Depression: Erschöpfungsdepression, neurotische Depression, reaktive Depression


Zur Häufigkeit
depressiver Verstimung: 5-10% der deutschen Bevölkerung leiden an einer behandlungsbedürftigen Depression. Etwa 50% der Betroffenen konsultieren, aus welchem Grund auch immer, keinen Arzt. Wiederum 50% der Depressionen werden vom Allgemeinarzt nicht erkannt. Das Risiko im Laufe des Lebens an einer Depression zu erkranken liegt bei 8-20%, wobei Frauen zweimal häufiger als Männer erkranken. Das durchschnittliche Ersterkrankungsalter liegt bei 35-40 Jahre. Entgegen dem subjektiven Empfinden der Betroffenen kann man bei der Depression fast von einer Volkskrankheit reden.


Typische Depressionssymptome:
Hemmung des Antriebes und des Denkens, Schlafstörungen (Durchschlafstörung), gedrückte Stimmung, Gefühl der Gefühllosigkeit, Libidoverlust, deutliche Gewichts Ab oder Zunahme, Angst, innere Unruhe, Wahnideen, Suizidalität, Entscheidungshemmung, Initiativlosigkeit. Depressive Menschen leiden extrem, daher gibt es häufig ein nicht zu unterschätzendes Selbstmordrisiko.


Therapeutisch
sollte die Depression zunächst medikamentös angegangen werden, insbesondere bei endogenen Depressionen. Antidepressiva haben in der Regel eine hohe Wirksamkeit bei hinnehmbaren Nebenwirkungen und ohne Abhängigkeitspotential. Des weiteren ist die therapeutische Begleitung des Betroffenen angezeigt. Je nach Schwere der Depression sind aufdeckende Therapieverfahren (Tiefenpsychologie) zu vermeiden, weil kontraproduktiv. Besser ist der integrative therapeutische Ansatz. In der Tiefe des depressiven Loches kommen körpernahe Verfahren (hier liegt der Vergleich zu Elia nahe, der sich unter den Wacholderstrauch legte und sterben wollte. Die dann folgende Betreuung Gottes war sehr körpernah. Nachzulesen bei 1.Könige19)wie Entspannungsübung, musiktherapeutische Verfahren, u.a. Auch dem Trost, dem stillen Begleiten im Sinne der Freunde Hiobs ist hier Raum zu geben. Unbedingt zu vermeiden sind Empfehlungen wie stell dich nicht so an, reiss dich doch mal zusammen,etc. Später ist an der Tagesstruktur und dem Selbstmanagement zu arbeiten, ergänzt durch Methodenschritte der kognitiven Verhaltenstherapie. Auch Sport spielt eine wichtige Rolle. Erst wenn die akute Krise überwunden ist, sollte aufdeckend gearbeitet werden, um, wenn möglich, Wiederholungen vermeiden zu können. Bei aller Schwere, die mit einer Depression einhergeht, besteht doch sehr häufig eine positive Prognose auf Besserung oder Heilung.


Empfehlenswerte Literatur zum Thema Depression:
"Einführung in die allgemeine Psychotherapie und Seelsorge", Prof.Dr.M.Dieterich, Verlag Brockhaus
"Depression", H.A.Willberg, Hochschulschriften aus dem Institut für Psychologie und Seelsorge
"Hart und Herrlich Nachdenken im Leiden", H.R.Bachmann, ISBN 3-9521992-3-0

Florian Mehring/BTS Wuppertal
www.bts-wuppertal.de










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